Sparbersbachgasse 28, 8010 Graz
Purinarme Kost
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch ein falsches Ernährungsverhalten (zuviel Fleisch- und Wurstwaren, Alkoholkonsum) begünstigt wird. Als Vorstufe der Gicht zeigt sich ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie). Die Harnsäure entsteht im Körper durch den Abbau von Purinen (Zellkernbestandteile). Deshalb soll bei Gicht bzw. erhöhten Harnsäurewerten eine purinarme Kost eingehalten werden.
Praktische Umsetzung einer purinarmen Kost:
Trinken Sie täglich 2 Liter in Form von Leitungswasser, Mineralwasser, Früchtetee, Kräutertee, stark verdünnten Fruchtsäften. Flüssigkeit fördert die Harnsäureausscheidung über die Nieren.
Die Kost soll vor allem aus Gemüse, Salaten, Obst, Milch, Milchprodukten, Getreideprodukten (Vollkornbrot, -reis, -nudeln) und Kartoffeln bestehen.
Fleischfreie Gerichte: Gemüsepizza, Kartoffelgulasch, Krautfleckerl, Gemüseplatte, Salatteller, Polenta, Letscho, Topfenaufstriche, Topfenknödel, ...
Günstig wäre, 1 mal pro Woche Fisch (nicht gebacken) in den Speiseplan einzubauen.
Meiden Sie Alkohol (Wein, Bier, Most, Sekt, ...), da es die Harnsäureausscheidung hemmt.
Nahrungsmittel mit sehr hohem Puringehalt sollen weggelassen werden:
Innereien (Bries, Niere, Leber, Herz), Fleisch-, Knochen- und Hühnersuppen, Ölsardinen, Hering, Muscheln, geräucherte Fische
Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt sind einzuschränken:
Alle Arten von Fleisch, Fisch und Wurst (auch Schinken und Selchwaren); Essen sie Fleisch und Wurstwaren nicht öfter als 2 bis 3mal in der Woche.
Fleischbrühwürfel, Fertigsoßen und Packerlsuppen sollen durch pflanzliche Produkte ersetzt werden (Gemüsebrühwürfel...).
Bei Übergewicht ist eine langsame Gewichtsreduktion anzustreben, keine strengen Fastenkuren!
Achten Sie dabei besonders auf versteckte Fette (Fleisch, Wurst, Käse, Schokolade, Mehlspeisen).
Bevorzugen Sie magere Wurstsorten wie: Krakauer, Putenwurst, Schinken, Schinkenwurst und
magere Käsesorten bis max. 35% F.i.T. wie Edamer, Tilsiter, Camembert light, Limburger, Quargel, Landfrischkäse, Streichkäse).
Bevorzugen Sie fettsparende Zubereitungsmethoden wie: Braten, Kochen, Dünsten, Dämpfen.
Wichtig ist außerdem regelmäßige körperliche Bewegung!
... so könnte Ihr Tagesplan aussehen ...
Frühstück 2-3 Stück Vollkornbrot oder 1-2 Vollkornweckerl
1 Teelöffel Butter oder Margarine
1 Teelöffel zuckerreduzierte Marmelade
oder pikant?
2 Blatt Käse oder Topfen - fettarm auswählen!
Tee oder Kaffee eventuell mit Süßstoff
Vormittag 1-2 Stück Obst (Kompott mit Süßstoff) oder
1 fettarmes Milchprodukt Ihrer Wahl z.B.:
Jogurella light, Buttermilch, ...
Mittag fettarme Suppen
1 große Schüssel Salat und reichlich Gemüse
1 Portion fettarme Beilage gehört täglich auf den Teller: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Nockerln, ...
2-3 x pro Woche mageres Fleisch oder Geflügel
1 x pro Woche Fisch
fleischfreie Alternativen z.B.: Gemüsereis, Krautfleckerl, Kartoffellaibchen,
Schwammerlgulasch, Gemüseauflauf, ...
süße Abwechslung z.B.: Aufläufe, Strudel ... mit Süßstoff zubereitet
Nachmittag empfehlen wir das gleiche wie am Vormittag -
siehe oben!
Abendessen kalt 2-3 Stück Vollkornbrot oder 1-2 Schrotweckerl
Topfenaufstrich, fettarmer Käse oder Wurst (1-2x/Woche)
Gemüse und Salate (Tomaten, Gurken, Paprika, Essiggurkerl, ...) so viel Sie möchten!
oder warm z.B.: Polenta, Vollkorntoast, Gemüsesuppen, ...
Vergessen Sie nicht ausreichend über den Tag verteilt zu trinken!