Blutfette
Die zwei wichtigsten Vertreter der messbaren Blutfette sind das Cholesterin und die Triglyzeride.
Erniedrigungen im Blut sind in Österreich sehr selten und in der überwigenden Anzahl ein Zeichen für einen schwere Mangelernährung oder eine schwere Grunderkrankung. Wesentlich häufiger, und damit von allgemeinem Gesundheitsinteresse sind Erhöhungen.
Was ist Cholesterin
Was versteht man unter dem Cholesterinspiegel?
Der Cholesterinspiegel gibt die Gesamtmenge an Cholesterin im Blut an, einschließlich HDL- und LDL-Cholesterin. Diese Menge wird in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben.
Werte:
Mit zunehmendem Alter
steigt der Cholesterinspiegel, so dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung über
45 Jahre einen Cholesterinspiegel von über 210 mg/dl (5,5 mmol/l) hat.
Nur
zehn Prozent dieser Altersgruppe weisen einen Cholesterinspiegel von unter 170
mg/dl (4,5 mmol/l) auf.
Frauen haben generell einen höheren HDL-Cholesterin-Anteil als Männer. Während der Schwangerschaft steigen der Cholesterinspiegel und andere Blutfette an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat folgende Richtwerte festgesetzt:
| Idealwert | weniger als 200 mg/dl (5,2 mmol/l) |
| Leicht erhöhter Cholesterinspiegel | bis 240 mg/dl (6,4 mmol/l) |
| Mäßig erhöhter Cholesterinspiegel | bis 300 mg/dl (7,9 mmol/l) |
| Stark erhöhter Cholesterinspiegel | über 300 mg/dl (7,9 mmol/l) |
Wie kommt es zu einem erhöhten Cholesterinspiegel?
Symptome bei erhöhtem Cholesterinspiegel?
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht keine Beschwerden. Nur durch Blutuntersuchungen wird man auf die erhöhten Blutfettwerte aufmerksam. Ein über längere Zeit überhöhter Cholesterinspiegel kann zu Arterienverkalkung (Atherosklerose) führen.
Es bilden sich kleine Vorsprünge und Gerinnsel, die bis zu einem völligen Verschluss anwachsen können. Infolge kann das Gewebe nicht mehr mit Blut (und damit Sauerstoff) versorgt werden - es stirbt ab.
Je nach Lage des verschlossenen Gefäßes kommt es zu verschiedenen Symptomen:
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Wie behandelt man erhöhten Cholesterinspiegel?
Reduziert sich der Cholesterinspiegel trotz dieser Maßnahmen nicht, wird eine medikamentöse Behandlung eingeschlagen.
Wie stark der Cholesterinspiegel gesenkt werden soll, hängt davon ab, wie hoch das Risiko des einzelnen Patienten für Arterienverkalkungen ist. Für Menschen mit vielen Risikofaktoren oder nach einem Herzinfarkt / Schlaganfall muss ein viel niedrigerer Zielwert angestrebt werden, als in den Grenzwerten der WHO für Gesunde vorgeschlagen.
Zur Senkung kommen
Cholesterin-Synthesehemmer in Frage, die zum Abbau von LDL-Cholesterin führen,
indem sie unter anderem dessen Neubildung in der Leber vorbeugen (Statine).
Weitere LDL-senkende Medikamente sind Anionen-Austauscher (Cholestyramin), die
die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm hemmen, sowie die Wirkstoffgruppen der
Fibrate und Nikotinsäurederivate.
Wenn die alleinige Verabreichung eines
Medikamentes keine ausreichende Wirkung zeigt, können Kombinationen erfolgreich
sein.
Was kann man selbst tun?
Wie Cholesterin gehören die Triglyzeride in die Gruppe der Nahrungsfette. Sie sind aufgebaut aus einem Glyzerinmolekül, an dem drei Fettsäuren hängen. Um Triglyzeride aus der Nahrung aufnehmen zu können, werden diese im Darm zum größten Teil aufgespalten. Anschließend werden sie von den Zellen des Darms aufgenommen und wieder zusammengesetzt. Gebunden an Eiweiße werden sie als Chylomikronen und VLDL(Very Low Density Lipoproteine)-Körperchen im Blut transportiert und gelangen so zu den verschiedenen Organen.
Neben der Aufnahme der Triglyzeride mit der Nahrung ist der Körper über die Leber fähig, Triglyzeride selbst herzustellen. Triglyzeride dienen als Energiespeicher. So werden im Fettgewebe eines normal schweren Erwachsenen ungefähr acht Kilogramm Triglyzeride gespeichert. Dies entspricht in etwa dem Energiebedarf für 40 Tage.
Triglyzeride werden zusammen mit Cholesterin bestimmt, um anhand dieser Werte das Risiko für eine Herz- und Gefäßkrankheit abschätzen zu können.
Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge ab dem 20. Lebensjahr
Bei primärer Hypertriglyzeridämie, einem erhöhten Triglyzeridgehalt des Blutes
Zur Kontrolle bei einer lipidsenkenden Therapie durch Diät oder Medikamente
Bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Triglyzerid-Werte werden aus dem Serum und dem Plasma bestimmt. Der Patient sollte zwölf bis 14 Stunden davor nichts gegessen und 24 Stunden davor keine schwere körperliche Arbeit verrichtet haben.
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Referenz- / Normalwerte |
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| alte Einheit | SI-Einheit | |
| Erwachsene | < 200 mg/dl | < 2,3 mmol/l |
Bei einer primären Hypertriglyzeridämie
Bei einer sekundären Hypertriglyzeridämie. Diese kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:
| Schwangerschaft |
| Medikamente wie ß-Blocker, Cortisol, bei einigen Diuretika und der "Pille" |
| Nierenfunktionsstörung |
| Bei Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Morbus Cushing, Gicht, systemischem Lupus erythematodes und Glycogen-Speicherkrankheiten |
| Fettsucht, Alkoholmissbrauch und bei zuckerreicher Ernährung |
Weiterführende Informationen finden Sie im Internet beispielsweise unter www.netdoktor.at