Gicht
Gicht ist eine in akuten Schüben oder auch chronisch verlaufende Erkrankung, die in erster Linie die Gelenke befällt, bei längerem Verlauf aber auch Haut und Nieren betreffen kann. Sie ist Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels.
Harnsäure ist das Abbauprodukt des Purins, das vor allem in Fleisch und Innereien in größeren Mengen vorhanden ist. Ab einer bestimmten Konzentration von Harnsäure wird diese in Form von Harnsäurekristallen in den Gelenken oder in der Haut abgelagert. Bei zwei Drittel der Erkrankten beginnt die Gicht im Grundgelenk der großen Zehe .
Wie bekommt man Gicht?
Primäre Gicht
Sie ist die häufigere Form und beruht in den allermeisten Fällen auf einer angeborenen Verminderung der Harnsäureausscheidungsfähigkeit der Niere.
Ein Gichtanfall wird bei diesen
Patienten durch Diätfehler oder eine schwere Erkrankungen ausgelöst.
Zu den
Diätfehlern zählen:
Purinreiche Nahrung (vor allem Fleisch und Innereien)
Alkoholkonsum
Strenges Fasten
Sekundäre Gicht
Bei dieser - selteneren - Form
wird als Folge anderer Erkrankungen entweder mehr Harnsäure produziert, als die
Niere ausscheiden kann, oder es besteht eine z.B. medikamentös erworbene
Ausscheidungsstörung der Niere.
Beispiele dafür sind verschiedene Arten von
Blutkrebs, chronische Nierenerkrankungen oder Medikamente wie wassertreibende
Mittel und Mittel zur Krebsbekämpfung.
Was sind die Anzeichen von Gicht?
Bevor die Gicht ausbricht, steigt über mehrere Jahre die Harnsäurekonzentration im Blut. Die Wahrscheinlichkeit einen Gichtanfall zu erleiden, wird mit steigenden Werten größer.
Der erste Gichtanfall kommt oft
in der Nacht. Typischerweise wacht man mit extremen Schmerzen im großen Zeh auf
(Podagra). Das Gelenk schwillt an, wird rot und schmerzt unerträglich. Die
Schmerzen beginnen meist nachts oder frühmorgens. Das normale Gehen wird
erschwert. Es können aber auch andere Gelenke wie Schulter (Omagra), Handgelenk
(Chiragra) und Knie (Gonagra) betroffen sein.
Jede plötzlich auftretende
Entzündung eines einzelnen Gelenks ist verdächtig auf Gicht.
Bei jahrelang unbehandelter Gicht kommt es auch zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in der Haut. Solche Knötchen (Tophi) sitzen oft über Gelenken oder am Ohrknorpel.
Durch die oftmals begleitende Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Triglyzeride und des Cholesterins ist die Gefahr einer Arterienverkalkung besonders hoch.
Wie diagnostiziert der Arzt
eine Gichterkrankung?
Die Diagnose wird durch das typische Krankheitsbild und die Krankheitsgeschichte (Anamnese) gestellt. Der Arzt wird aber auch eine Blutuntersuchung durchführen, um die Höhe des Harnsäurespiegels zu bestimmen sowie um andere Erkrankungen auszuschließen.
Wie behandelt man Gicht?
Bei Verdacht auf einen Gichtanfall ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen!
Während des akuten Anfalls ist
es wichtig, den Schmerz zu lindern und die Entzündung zu unterbrechen - hier
sind vor allem entzündungshemmende Medikamente geeignet.
Zur Vorbeugung weiterer Anfälle empfehlen sich folgende Maßnahmen:
Vermeiden der auslösenden Faktoren (Alkohol, Innereien, Fasten, siehe oben). und gegebenenfalls eine entsprechende Diät.
Sollte es trotz dieser Maßnahmen zu neuerlichen Anfällen kommen, ist es notwendig, den Harnsäurespiegel medikamentös zu senken. Bei stark erhöhter Harnsäure ist eine Medikamentengabe oft von vornherein notwendig und muss möglicherweise lebenslange fortgesetzt werden.
Tipps
Verringern Sie Ihren Alkoholkonsum.
Essen Sie keine Lebensmittel, von denen Sie wissen, dass Sie einen Anfall auslösen können (Innereien!).
Achten Sie auf Ihr Gewicht.
Trinken Sie reichlich. Durch erhöhte Harnsäurespiegel können sich Nierensteine bilden. Vorbeugend sollten Sie täglich möglichst zwei bis drei Liter Flüssigkeit trinken.
Krankheitsverlauf
Unbehandelt neigt die Gicht in vielen Fällen zu einem chronisch wiederkehrenden Verlauf mit schmerzhaften Anfällen sowie in weiterer Folge mit schweren Schäden an Gelenken, Haut und Nieren.
Weiterführende Informationen finden Sie im Internet beispielsweise unter www.netdoktor.at